Monat 1
Na los, mach, töte ihn.
Das erste was du nicht hören solltest wenn du gerade das künstliche, matte Licht der Welt erblickt hast.
Wie denn, verdammt.
Der zweite Satz der dir mit Garantie dein Leben versauen wird. Das weißt du aus Erfahrung. Mutterliebe wird hier ausgeschlossen. Du Überlebst deine ersten traurigen Atemzüge, den ersten bevor du noch schreien kannst, den ersten nach dem du realisierst dass dies alles kein Traum ist; dass du wieder hier bist.
Manche nennen die Miesere dennoch Glück. Oder Wunder. Das Wunder des Lebens.
Du hast kein Glück, es ist nur ein Wunder.
Es ist ein Wunder das du noch immer Lebst, obwohl niemand hier ist der dich leiden kann. Nicht einmal dieser verunsicherte Medizinstudent. Diese Memme.
Eine tiefe Stimme sagt: Wie denn, verdammt!
Die Frau kreischt: Mach schon.
Denk nicht darüber nach, schrei einfach. Glaub mir, es ist besser so.
Also brüllst du dir deine mickrige, Fruchtwasser getränkte Seele aus dem Hals, du schreist den Staub der Fließen von den Wänden, den Nikotingelben Verputz des Plafonds, die Fliegenleichen von den Wänden, die Übernächtigen Pupillen des Geburtshelfers aus Schmiergeld erwartenden Augenhöhlen. Den Schmerz der Zündung deiner Lebensflamme, dem Verlust des Vakuums das dich umgab bis der Tod seine Klauen um deinen Brustkorb lockerte, dich nur ungern wieder freigab; Zigarettenrauch wird in deine Lungen gesogen, als wärst du ein leerer, sich aufwölbender Blasebalg.
Du willst sagen: Nicht schon wieder!
Du denkst: Nun ja, Pech gehabt!
So lange kann es dieses mal noch nicht her sein, deine Erinnerungen so frisch, das du noch den süßlichen Geschmack von verbranntem Fleisch auf der Zunge schmeckst. Deinem Fleisch.
Um Schmerz zu fühlen, brauchst du nicht dein Gedächtnis bemühen.
Wie oft hat sich dieser Planet, diese verrückt gewordene Kugel in der Zwischenzeit um die Sonne gekurbelt seit dem du auf den Stuhl gefesselt wurdest? Seitdem sich deine Muskeln derart fest zusammengepresst haben bis du dir damit selbst die Rippen gebrochen hast, sie dir deine Haare zu Stoppeln rasiert und die Augen verbunden haben? Die Augen verbunden! Als ob das etwas nützen würde.
Na los, versuch es! Greif dir mit neuen, verschrumpelten Fingerchen an deine Augen. Genieße diesen Eindruck, denn das letzte Mal als du sie gefühlt hast, wurden sie nur von einer um deinen Kopf geschlungenen Binde davon abgehalten, dass sie dir wie Sektkorken aus den Höhlen sprangen.
Bflop. Pflob.
Deswegen also.
Der Medizinstudent sagt: Ich kann … das können wir nicht machen!
Der erste Stromstoß tötet dein Herz, deswegen bist du noch lange nicht aus dem Schneider, was wohl die Situation hier eindeutig beweist.
Du brüllst und Spuckst und schleuderst deine winzigen Ärmchen um dich während ein völlig Überforderter Medizinstudent dich an seine Brust drückt, verzweifelt und hektisch immer wieder seinen Kopf nach hinten dreht. Aussichtslos, so mit dem Rücken zur Wand. An der Wand. Du fühlst seine Angst.
Angst ist für dich ein alter Bekannter. Angst stinkt nach Schweiß und nach in Pisse aufgeweichter Baumwolle.
Den zweiten Stromstoß verpassen sie dir damit dein Körper nicht in Flammen aufgeht, damit du die Hölle ohne Brandnarben überstehst. Der zweite Ampereschub dient ausschließlich dazu um in der Hölle deines Zukünftigen Lebens nicht von Anbeginn an gebrandmarkt zu sein. Nicht gehänselt zu werden oder dieselben Fehler noch einmal zu machen.
Ist doch zu komisch, oder?
Na los, mach, töte ihn.
Haha, möchtest du lachen, zu spät, denkst du.
Deine Pupillen schwappen unkontrolliert von einer Seite zur anderen, sehen verschwommen irrwitzige Farben die durch die hasserfüllte Atmosphäre flimmern, blau, weis, durchzuckt von grellen Blitzen welche nach deinem erstem Augenzwinkern gelb, dann wieder blau, wieder blendend weiß und so weiter…
Bastard.
Ach ja, da existiert noch etwas anderes als dein eigenes Geschrei.
Lass den Hammer …
Du knallst aus erschlafften Medizinstudentenarmen in ein Gewusel aus Teppichwanzen und sonstigem Getier; Der sich auf dich zu bewegende Boden ist Steinhart. Erste Atemzüge werden sofort wieder aus deinem Blutverkrusteten und zitterndem Körper gepresst, und als dich ein Wuchtiger Körper begräbt, erlebst du deine Welt als Luftleeren, finsteren Raum. Ein leises knacken, ähnlich dem den brechen trockener Zweige, verkündet die Fraktur mehrerer Rippen. Noch ist es nicht dein Blut das an dir pappt.
Wie schön war doch die Ruhe davor. Wie schön die Dunkelheit.
Plötzlich wieder dieses Geschrei, alles flimmert und explodiert in weis und blau, irgendetwas klebt an deinem Körper, dein Kopf ist zur Seite gedreht, dein kleines Ärmchen verdreht, gebrochen.
Der Körper neben dir zuckt so unkontrolliert wie dein eigener, du siehst in weit aufgerissene Augen, in einen vor entsetzen weit aufgerissenen Mund aus dem Blut und Speichel fließt. Nichts das du nicht schon kennst. Seine Lippen bewegen sich.
Die Frauenstimme prustet los, kriegt sich nicht mehr ein: Bring sie beide um.
Die Lippen sagen: Du hast es so gewollt.
Wenn du nicht so ein gewichtloses, unwillkürlich zuckendes Bündel wärest, die Hände reflexartig zur zitternden Faust geballt und deinen mickrigen, von hämmernden Schmerzen durchzuckten Kopf bewegen könntest, wenn du dem Lärm der durch diese wässrige Welt zu dir schwappt nur nicht so hilflos ausgeliefert wärest.
Die Lippen spucken: Noch ein letztes Mal.
Kurz bevor dir das Becken endgültig gebrochen wird, hüpfen winzige Essensreste, Ascheflocken, Nadeln und Zigarettenstummel vom Boden auf, Aludosen vibrieren leise in eingetrocknetem Erbrochenem. Ein kleines Erdbeben.
Die Lippen flüstern: Der Kreislauf ist vorüber.
Dann spritzt ein Teil seines Gehirns in deinen, vor Erkenntnis und Verwunderung weit aufgerissenen Mund. Nichts das du nicht schon kennen würdest.
Dann ein stampfender Einschlag neben deinem Ohr. Ein Luftloser Schmerz und du wirbelst schwerelos durch Zeit und Raum.
Die Möglichkeiten zu töten sind beinahe unbegrenzt.
Bei neugeborenen Kätzchen könnte man einen Hammer verwenden, bei diesen flauschigen, blinden und mit Fell überzogenen Dingern, diesen niedlichen und putzigen Geschöpfen, nicht größer als das zwei in deiner Handfläche platz hätten, funktioniert die Exekution folgendermaßen:
Man nehme einen Kartoffelsack aus preiswerter Jute, da nach gebrauch vollständig biologisch abbaubar; ein nicht zu verachtender Faktor bei der Entsorgung.
Lege sich ein Beil zurecht.
Zugegeben, das Beil muss nicht unbedingt sein, manche verzurren den noch mit bezaubernd jungem Katzenleben pulsierenden Sack und versenken ihn im nächsten Fluss. Oder Bach. Oder Jauchegrube. Persönlich finde ich das allerdings etwas zu, na sagen wir, Herzlos.
Also das Beil, respektive Hammer.
Du darfst nicht die scharfe Seite verwenden, dadurch würdest du den Sack beschädigen und die ganze Sauerei, all das Blut und Gedärme würden sich über die Betonfliesen hinter deinem Haus verteilen. Wenn du auf all die Schwärme von Schmeißfliegen verzichten willst die sich nur Sekunden später darüber hermachen werden, den Einsatz eines Gartenschlauches, Schrubbers, auf geschundene Knie …
Schlag mit der Stumpfen Seite des Beiles zu.
Wenn du auf gute Nachbarschaft wert legst, vergewissere dich, dass du dabei unbeobachtet bist. Mach es zu beginn der Primetime, so gegen halb neun, wenn der Rest der Menschheit vor der Glotze lümmelt und sich den Bauch mit Onion Chips und Bier abfüllt, wenn dein Nachbar damit beschäftigt ist, seine Frau aus dem Bett zu prügeln. Mach es wann immer du willst, interessiert doch sowieso niemanden.
Schlag zu. Vergewissere dich.
Sind sie tot?
Verdammte Scheiße.
Mit Katzenbabys hat man mehr Mitleid.
Als du deine Äuglein wieder öffnest, diese winzigen hellblauen Murmeln in denen sich seltsame Köpfe spiegeln, blieb von der einstigen Welt eine nach abgestandenem Blut und Scheiße stinkende Kloake, ein pulsierender Schmerz. Aus deinem zerbrochenen Körper wachsen durchsichtige Schläuche, Hände in gepuderten Gummihandschuhen lösen mit jeder Berührung einen Tsunami des Schmerzes aus der durch deinen Körper jagt und jedes andere Gefühl verdrängt, lange bevor du imstande bist, irgendwelche neuen Empfindungen zu entwickeln. Die Welt bedeutet Schmerz, die Welt bedeutet Atemstillstand. Leben verbindest du mit inneren Blutungen und zersplitternden Knochen.
Die Welt verbindest du mit grellem Lärm.
Diese schrille Stimme: Lasst ihn sterben, erlöst ihn doch endlich.
Es kommt dir vor, als sei es erst wenige Atemzüge her dass zweitausend Volt durch deinen zuckenden Körper jagten und einstiges Leben beendeten, als Lederriemen dich daran hinderten, dich auf Medizinballgröße zusammenzukrampfen. Kochsalz gelöstes Wasser wurden an deine Schläfen und Beine aufgetragen. Elektroden an diesen Stellen befestigt.
Augenbrauen rasiert damit du nicht in Brand gerätst.
Je mehr Drogen sie dir in deinen kleinen Körper tropfen, umso verschwommener wird die Erinnerung daran, schon fällt dir nur noch ein wie stickig der Angstschweiß unter der Stoffhaube riecht die sie dir überziehen.
Jemand sagt: Puls, er hat keinen Puls mehr.
Eine Frauenstimme flüstert: Er hat es geschafft.
Sie sagt: Es ist vorbei.
Das erste was du nicht hören solltest wenn du gerade das künstliche, matte Licht der Welt erblickt hast.
Wie denn, verdammt.
Der zweite Satz der dir mit Garantie dein Leben versauen wird. Das weißt du aus Erfahrung. Mutterliebe wird hier ausgeschlossen. Du Überlebst deine ersten traurigen Atemzüge, den ersten bevor du noch schreien kannst, den ersten nach dem du realisierst dass dies alles kein Traum ist; dass du wieder hier bist.
Manche nennen die Miesere dennoch Glück. Oder Wunder. Das Wunder des Lebens.
Du hast kein Glück, es ist nur ein Wunder.
Es ist ein Wunder das du noch immer Lebst, obwohl niemand hier ist der dich leiden kann. Nicht einmal dieser verunsicherte Medizinstudent. Diese Memme.
Eine tiefe Stimme sagt: Wie denn, verdammt!
Die Frau kreischt: Mach schon.
Denk nicht darüber nach, schrei einfach. Glaub mir, es ist besser so.
Also brüllst du dir deine mickrige, Fruchtwasser getränkte Seele aus dem Hals, du schreist den Staub der Fließen von den Wänden, den Nikotingelben Verputz des Plafonds, die Fliegenleichen von den Wänden, die Übernächtigen Pupillen des Geburtshelfers aus Schmiergeld erwartenden Augenhöhlen. Den Schmerz der Zündung deiner Lebensflamme, dem Verlust des Vakuums das dich umgab bis der Tod seine Klauen um deinen Brustkorb lockerte, dich nur ungern wieder freigab; Zigarettenrauch wird in deine Lungen gesogen, als wärst du ein leerer, sich aufwölbender Blasebalg.
Du willst sagen: Nicht schon wieder!
Du denkst: Nun ja, Pech gehabt!
So lange kann es dieses mal noch nicht her sein, deine Erinnerungen so frisch, das du noch den süßlichen Geschmack von verbranntem Fleisch auf der Zunge schmeckst. Deinem Fleisch.
Um Schmerz zu fühlen, brauchst du nicht dein Gedächtnis bemühen.
Wie oft hat sich dieser Planet, diese verrückt gewordene Kugel in der Zwischenzeit um die Sonne gekurbelt seit dem du auf den Stuhl gefesselt wurdest? Seitdem sich deine Muskeln derart fest zusammengepresst haben bis du dir damit selbst die Rippen gebrochen hast, sie dir deine Haare zu Stoppeln rasiert und die Augen verbunden haben? Die Augen verbunden! Als ob das etwas nützen würde.
Na los, versuch es! Greif dir mit neuen, verschrumpelten Fingerchen an deine Augen. Genieße diesen Eindruck, denn das letzte Mal als du sie gefühlt hast, wurden sie nur von einer um deinen Kopf geschlungenen Binde davon abgehalten, dass sie dir wie Sektkorken aus den Höhlen sprangen.
Bflop. Pflob.
Deswegen also.
Der Medizinstudent sagt: Ich kann … das können wir nicht machen!
Der erste Stromstoß tötet dein Herz, deswegen bist du noch lange nicht aus dem Schneider, was wohl die Situation hier eindeutig beweist.
Du brüllst und Spuckst und schleuderst deine winzigen Ärmchen um dich während ein völlig Überforderter Medizinstudent dich an seine Brust drückt, verzweifelt und hektisch immer wieder seinen Kopf nach hinten dreht. Aussichtslos, so mit dem Rücken zur Wand. An der Wand. Du fühlst seine Angst.
Angst ist für dich ein alter Bekannter. Angst stinkt nach Schweiß und nach in Pisse aufgeweichter Baumwolle.
Den zweiten Stromstoß verpassen sie dir damit dein Körper nicht in Flammen aufgeht, damit du die Hölle ohne Brandnarben überstehst. Der zweite Ampereschub dient ausschließlich dazu um in der Hölle deines Zukünftigen Lebens nicht von Anbeginn an gebrandmarkt zu sein. Nicht gehänselt zu werden oder dieselben Fehler noch einmal zu machen.
Ist doch zu komisch, oder?
Na los, mach, töte ihn.
Haha, möchtest du lachen, zu spät, denkst du.
Deine Pupillen schwappen unkontrolliert von einer Seite zur anderen, sehen verschwommen irrwitzige Farben die durch die hasserfüllte Atmosphäre flimmern, blau, weis, durchzuckt von grellen Blitzen welche nach deinem erstem Augenzwinkern gelb, dann wieder blau, wieder blendend weiß und so weiter…
Bastard.
Ach ja, da existiert noch etwas anderes als dein eigenes Geschrei.
Lass den Hammer …
Du knallst aus erschlafften Medizinstudentenarmen in ein Gewusel aus Teppichwanzen und sonstigem Getier; Der sich auf dich zu bewegende Boden ist Steinhart. Erste Atemzüge werden sofort wieder aus deinem Blutverkrusteten und zitterndem Körper gepresst, und als dich ein Wuchtiger Körper begräbt, erlebst du deine Welt als Luftleeren, finsteren Raum. Ein leises knacken, ähnlich dem den brechen trockener Zweige, verkündet die Fraktur mehrerer Rippen. Noch ist es nicht dein Blut das an dir pappt.
Wie schön war doch die Ruhe davor. Wie schön die Dunkelheit.
Plötzlich wieder dieses Geschrei, alles flimmert und explodiert in weis und blau, irgendetwas klebt an deinem Körper, dein Kopf ist zur Seite gedreht, dein kleines Ärmchen verdreht, gebrochen.
Der Körper neben dir zuckt so unkontrolliert wie dein eigener, du siehst in weit aufgerissene Augen, in einen vor entsetzen weit aufgerissenen Mund aus dem Blut und Speichel fließt. Nichts das du nicht schon kennst. Seine Lippen bewegen sich.
Die Frauenstimme prustet los, kriegt sich nicht mehr ein: Bring sie beide um.
Die Lippen sagen: Du hast es so gewollt.
Wenn du nicht so ein gewichtloses, unwillkürlich zuckendes Bündel wärest, die Hände reflexartig zur zitternden Faust geballt und deinen mickrigen, von hämmernden Schmerzen durchzuckten Kopf bewegen könntest, wenn du dem Lärm der durch diese wässrige Welt zu dir schwappt nur nicht so hilflos ausgeliefert wärest.
Die Lippen spucken: Noch ein letztes Mal.
Kurz bevor dir das Becken endgültig gebrochen wird, hüpfen winzige Essensreste, Ascheflocken, Nadeln und Zigarettenstummel vom Boden auf, Aludosen vibrieren leise in eingetrocknetem Erbrochenem. Ein kleines Erdbeben.
Die Lippen flüstern: Der Kreislauf ist vorüber.
Dann spritzt ein Teil seines Gehirns in deinen, vor Erkenntnis und Verwunderung weit aufgerissenen Mund. Nichts das du nicht schon kennen würdest.
Dann ein stampfender Einschlag neben deinem Ohr. Ein Luftloser Schmerz und du wirbelst schwerelos durch Zeit und Raum.
Die Möglichkeiten zu töten sind beinahe unbegrenzt.
Bei neugeborenen Kätzchen könnte man einen Hammer verwenden, bei diesen flauschigen, blinden und mit Fell überzogenen Dingern, diesen niedlichen und putzigen Geschöpfen, nicht größer als das zwei in deiner Handfläche platz hätten, funktioniert die Exekution folgendermaßen:
Man nehme einen Kartoffelsack aus preiswerter Jute, da nach gebrauch vollständig biologisch abbaubar; ein nicht zu verachtender Faktor bei der Entsorgung.
Lege sich ein Beil zurecht.
Zugegeben, das Beil muss nicht unbedingt sein, manche verzurren den noch mit bezaubernd jungem Katzenleben pulsierenden Sack und versenken ihn im nächsten Fluss. Oder Bach. Oder Jauchegrube. Persönlich finde ich das allerdings etwas zu, na sagen wir, Herzlos.
Also das Beil, respektive Hammer.
Du darfst nicht die scharfe Seite verwenden, dadurch würdest du den Sack beschädigen und die ganze Sauerei, all das Blut und Gedärme würden sich über die Betonfliesen hinter deinem Haus verteilen. Wenn du auf all die Schwärme von Schmeißfliegen verzichten willst die sich nur Sekunden später darüber hermachen werden, den Einsatz eines Gartenschlauches, Schrubbers, auf geschundene Knie …
Schlag mit der Stumpfen Seite des Beiles zu.
Wenn du auf gute Nachbarschaft wert legst, vergewissere dich, dass du dabei unbeobachtet bist. Mach es zu beginn der Primetime, so gegen halb neun, wenn der Rest der Menschheit vor der Glotze lümmelt und sich den Bauch mit Onion Chips und Bier abfüllt, wenn dein Nachbar damit beschäftigt ist, seine Frau aus dem Bett zu prügeln. Mach es wann immer du willst, interessiert doch sowieso niemanden.
Schlag zu. Vergewissere dich.
Sind sie tot?
Verdammte Scheiße.
Mit Katzenbabys hat man mehr Mitleid.
Als du deine Äuglein wieder öffnest, diese winzigen hellblauen Murmeln in denen sich seltsame Köpfe spiegeln, blieb von der einstigen Welt eine nach abgestandenem Blut und Scheiße stinkende Kloake, ein pulsierender Schmerz. Aus deinem zerbrochenen Körper wachsen durchsichtige Schläuche, Hände in gepuderten Gummihandschuhen lösen mit jeder Berührung einen Tsunami des Schmerzes aus der durch deinen Körper jagt und jedes andere Gefühl verdrängt, lange bevor du imstande bist, irgendwelche neuen Empfindungen zu entwickeln. Die Welt bedeutet Schmerz, die Welt bedeutet Atemstillstand. Leben verbindest du mit inneren Blutungen und zersplitternden Knochen.
Die Welt verbindest du mit grellem Lärm.
Diese schrille Stimme: Lasst ihn sterben, erlöst ihn doch endlich.
Es kommt dir vor, als sei es erst wenige Atemzüge her dass zweitausend Volt durch deinen zuckenden Körper jagten und einstiges Leben beendeten, als Lederriemen dich daran hinderten, dich auf Medizinballgröße zusammenzukrampfen. Kochsalz gelöstes Wasser wurden an deine Schläfen und Beine aufgetragen. Elektroden an diesen Stellen befestigt.
Augenbrauen rasiert damit du nicht in Brand gerätst.
Je mehr Drogen sie dir in deinen kleinen Körper tropfen, umso verschwommener wird die Erinnerung daran, schon fällt dir nur noch ein wie stickig der Angstschweiß unter der Stoffhaube riecht die sie dir überziehen.
Jemand sagt: Puls, er hat keinen Puls mehr.
Eine Frauenstimme flüstert: Er hat es geschafft.
Sie sagt: Es ist vorbei.
chris0101 - 7. Aug, 13:40